Ankündigung von NetBSD 1.5
Das NetBSD Projekt ist erfreut mitteilen zu können, dass Version 1.5
des NetBSD-Betriebssystems ab sofort verfügbar ist.
NetBSD gilt weithin als das portabelste Betriebssystem der
Welt. Momentan werden 31 verschiedene Hardware-Plattformen und
insgesamt zwölf verschiedene CPU-Familien unterstützt, alle aus einem
einzigen Quellcode. An einer Unterstützung weiterer Systeme wird
gearbeitet.
NetBSD 1.5 setzt die lange Tradition von Verbesserungen im Dateisystem,
Leistungssteigerungen bei der Speicherverwaltung sowie
Verbesserungen der Systemsicherheit (durch Integration von IPsec, SSH
und Kerberos 5) fort und unterstützt darüberhinaus viele neue
Plattformen und Peripheriegeräte.
Der vollständige Quellcode und die Binärdistribution von NetBSD 1.5 stehen unter
ftp://ftp.NetBSD.org/pub/NetBSD/NetBSD-1.5/
sowie einer Reihe von Mirrors zum Download bereit. Eine Liste aller
Mirrors findet sich weiter unten.
Über NetBSD
NetBSD ist ein vollständiges, Unix-ähnliches Betriebssystem, dessen
Quellcode frei erhältlich ist (Open Source). Es stammt von Berkeley
Networking Release 2 (Net/2), 4.4BSD-Lite und 4-4BSD-Lite2 ab, wurde aber
stark weiterentwickelt. NetBSD unterstützt 31
verschiedene Hardware-Plattformen und zwölf verschiedene
CPU-Familien, und wird laufend auf weitere
portiert. Binärdistributionen von NetBSD 1.5
stehen für zwanzig verschiedene Plattformen zur Verfügung.
NetBSD ist ein vollständiges System. Zusätzlich zu seinem leicht
portierbaren, hocheffizienten Kernel enthält NetBSD einen kompletten
Satz von Hilfsprogrammen, Compiler für verschiedene
Programmiersprachen, das X Window System, Firewall-Software sowie
verschiedene andere Programme, alle begleitet von ihrem vollen
Quellcode. NetBSD unterstützt auch Software von Drittautoren (wie z. B. die
Desktopsysteme KDE und GNOME) in seinem Package-System (pkgsrc).
NetBSD ist frei -- der gesamte Code unterliegt einer nicht-restriktiven
Lizenz und kann ohne Zahlung von Lizenzgebühren auch kommerziell
verwendet werden. Kostenloser Support wird durch unsere Mailinglisten und
Webseiten angeboten. Kommerzieller Support ist durch eine Vielzahl an
Quellen verfügbar; einige sind unter der folgenden Addresse aufgelistet:
- http://www.NetBSD.org/gallery/consultants.html
Weitergehende Information über NetBSD ist erhältlich unter
- http://www.NetBSD.org/ (in englischer Sprache)
NetBSD ist das Resultat der Arbeit vieler verschiedener Leute, verteilt
über die ganze Welt. Das "Net" im Namen ist ein Tribut an das Internet,
das es uns ermöglicht, miteinander zu kommunizieren und Code gemeinsam zu nutzen.
Ohne das Internet würde dieses Projekt nicht existieren.
Von NetBSD 1.5 unterstützte Systeme
Die NetBSD 1.5 Binärdistribution unterstützt die folgenden Systeme:
Folgende Portierungen sind in Version 1.5 nur im Quellcode enthalten:
Die wichtigsten Unterschiede zwischen 1.4 und 1.5
Da die Anzahl der Änderungen zu groß ist, um sie umfassend
aufzulisten, hier einige der wichtigeren:
Kernel
- Portierungen auf neue Plattformen:
arc,
cobalt,
hpcmips,
news68k,
sgimips, und
sparc64.
- Verbesserte Leistung und Stabilität des UVM-Subsystems zur
Verwaltung des virtuellen Speichers.
- Vorbereitung der Unterstützung von symmetrischen
Multiprozessorsystemen (SMP) durch Neustrukturierung und Optimierung
der Prozessverwaltung und Einführung von
Synchronisationsmechanismen.
- Verbesserte Unterstützung für Linux-, OSF1- und
SVR4-Programme.
- Erstmals Unterstützung für Win32-Programme.
- Ladbare Systemmodule (LKM) sind nun auch im ELF-Dateiformat
möglich.
- Verfolgen von Systemaufrufen in Echtzeit mit ktruss(1).
- Entfernen von Auslagerungsdateien und -Laufwerken mit
swapctl(8) im laufenden Betrieb.
- Leichterer Austausch von Tastatur und Maus im laufenden
Betrieb durch den neuen `wsmux' Geräte-Multiplexer.
- Verbesserte Unterstützung von PCMCIA- und
CardBus-Geräten, insbesondere beim Wechseln von Geräten
während des Betriebs.
- Stark verbesserte Hardware-Unterstützung, vor
allem in den Bereichen Audio, IDE-Geräte wie Festplatten
und CDROM (UDMA/66), USB und drahtlose Netzwerke.
Netzwerksoftware
- Aufnahme der neuen Version 6 des Internet-Protokolls (IPv6)
und IPsec aus dem KAME-Projekt in die Netzwerksoftware.
Sowohl der Systemkern als auch die meisten Client- und
Server-Programme wurden um die Unterstützung für
IPv6/IPsec erweitert (inklusive RPC und NFS über IPv6).
- Integration von TI-RPC, zusammen mit einem
sicherheitstechnisch verbesserten rpcbind(8)-Programm,
das zur Kommunikation UNIX-Domain Sockets nutzt und in der
Voreinstellung "set"- und "unset"-Anforderungen
nur über diesen Kommunikationskanal zulässt.
- Integration von OpenSSL, SSH (auf der Basis von OpenSSH) und
Heimdal. (Näheres dazu unter "Security".)
Dateisysteme
- Signifikante Leistungssteigerung des Berkeley Fast File
Systems, primär durch Integration von Kirk McKusick's "Soft
Updates" und den "Trickle Sync" Code. Unabhängig davon
wurde die Stabilität erhöht.
- Unterstützung des Windows NT "NTFS" Dateisystems (vorerst
read-only).
- Unterstützung für Revision 1 des Linux "ext2fs"
Dateisystems.
- Verbesserte Stabilität und Benutzbarkeit von LFS, dem BSD
"Log Structured Filesystem".
- Diverse Verbesserungen von RAIDframe, u.a.: Automatische
Erkennung von RAID-Komponenten und Konfiguration von RAIDs,
sowie die Möglichkeit, das Root-Dateisystem (/) auf einem
RAID-Set zu halten.
- Unterstützung von Microsoft's Joliet-Erweiterungen des ISO
9660 CD-Dateisystems.
- Verbesserung des vnode-Locking Mechanismus, einer Quelle
von häufigen Systemabstürzen in der Vergangenheit.
- Unterstützung für RPC und NFS über IPv6.
- Die Serverseitige Unterstützung von NFS Locking
(implementiert durch rpc.lockd(8)) funktioniert nun.
Security
- Anwendungen und Bibliotheken für starke Verschlüsselung
wurden integriert, u.a. das AES Rijndael Verfahren, die
OpenSSL-Bibliothek, verbesserte Unterstützung von
Kerberos IV und V (durch das Heimdahl-Projekt), sowie auf
OpenSSH basierender SSH-Client und -Server.
- Erweiterung der sysctl(3)-Schnittstellen zum Abfragen
diverser Prozess- und Systeminformationen, die ein
Neuübersetzen von Programmen wie ps(1), dmesg(1) etc. beim
Aktualisieren des Kernels überflüssig machen. Programme,
die diese Schnittstelle benutzen benötigen zusätzlich keine
speziellen Berechtigungen zum Auslesen von Kernel-Speicher,
wodurch die Gesamtsicherheit des Systems erhöht wird.
- Die meisten Systemdienste sind per Default abgeschaltet,
und für eine detaillierte Protokollierung
vorkonfiguriert.
- Der gesamte Quellcode wurde in mehreren Durchgängen auf
Sicherheitsprobleme untersucht. Ein Durchgang ersetzte
Stringverarbeitung ohne Längenüberprüfung, ein anderer
identifizierte und beseitigte Stellen, an denen
Format-Strings in unsicherer Weise benutzt wurden. Diese
hätten es (möglicherweise) böswilligen Benutzern erlaubt,
Teile von Anwendungen durch beliebige Eingaben zu
überschreiben, was wiederum zu Denial-of-Service-Angriffen
und unberechtigtem Zugriff auf das System führen
kann.
Systemadministrations- und Usertools
- Umstellung des beim Systemstart und Niederfahren verwendeten
rc(8) Skripts auf einen `rc.d' Mechanismus mit eigenen
Kontrollskripts für jeden Service, und automatischer
Abhängigkeitssortierung durch Verwendung von rcorder(8).
- postfix(1) als alternativer Mail Transport Agent zu
sendmail(8).
- Neue User Management Tools: useradd(8), usermod(8), userdel(8),
groupadd(8), groupmod(8) und groupdel(8).
- Unterstützung einer Login Class Capability Database
(/etc/login.conf) basierend auf BSD/OS.
- Bessere Unterstützung von Benutzernamen mit mehr als
acht Zeichen in Programmen wie at(1) und w(1).
- Viele Erweiterungen in ftpd(8), wie man sie aus grösseren
und weniger sicheren FTP-Daemonen kennt, z. B. Benutzerklassen,
Verbindungslimits, bessere Unterstützung für Virtual
Hosting, Übertragungsstatistiken,
Übertragungsratendrosselung, und Implementierung einiger
durch die IETF "ftpext" Arbeitsgruppe definierter Erweiterungen.
- Der ftp(1) Client wurde weiter verbessert und unterstützt
Übertragungsratendrosselung, bessere
URL-Unterstützung und Kommandozeilen-Uploads. Details dazu
in der Manual-Page.
Verschiedenes
- Die Plattformen i386 und sparc wurden vom a.out- auf das
ELF-Format umgestellt. (Die restlichen Plattformen, die noch
a.out verwenden, werden in zukünftigen Releases umgestellt
werden.)
- Die curses(3) Bibliothek wurde um viele SUSv2 Funktionen
erweitert, unter anderem auch Farbunterstützung.
- Die meisten im Basissystem mitgelieferten Software-Pakete
von Drittherstellern wurden auf ihre letzten stabilen
aktualisiert. Unter ihnen file(1), ipfilter(4), ppp(4),
sendmail(8), named(8) und dhcpd(8).
- Viele neue Pakete im Packages System wie z. B. the Open Source
Desktops KDE und GNOME, das neueste Tcl/Tk, Perl und viele
Komponenten der Java Enterprise Platform. Das Packages System
selbst hat jetzt vollständige Unterstützung für
Wildcards.
- Der NetBSD Source Code Style Guide (zu finden in
/usr/share/misc/style) wurde geändert: Es wird nun
empfohlen, ANSI C anstelle von K&R zu verwenden, und er
wurde an die derzeitig beste Programmierpraxis angepasst.
Es wurde begonnen, den Quellcode von NetBSD auf den neuen Stil
umzustellen.
Natürlich gab es auch unzählige Bugfixes und verschiedene
kleinere Erweiterungen. Kernelschnittstellen wurden weiter verfeinert,
und einige Teilsysteme und Hardwaretreiber modifiziert, um einfacher
auf mehreren Plattformen verwendbar zu sein. Die zukünftige Entwicklung
wird diesem Trend weiterhin folgen.
Danksagung
Die NetBSD Foundation möchte die Gelegenheit nutzen, all denjenigen
zu danken, die das Projekt über die Jahre hinweg mit Programmcode,
Hardware, Spenden, Internetanbindung unserer Server, Webseiten und
anderer Dokumentation, Release Engineering und anderen Ressourcen
unterstützt haben. Weitere Informationen über Sponsoren und
Mitarbeiter sind zu finden unter:
- http://www.NetBSD.org/de/contrib/
Besonders danken möchten wir der Universität von Kalifornien in
Berkeley sowie dem GNU-Projekt für ihre besonders großen
Code-Anteile, die wir benutzen, sowie dem Internet Software
Consortium, Redback Networks und der Technischen Universität
Helsinki für ihre gegenwärtigen Housing-Dienste.
Schließlich wollen wir auch der großen Pioniere in den Bereichen
Netzwerke, Betriebssysteme und Datenkomprimierung gedenken, die nicht
mehr unter uns sind - unter ihnen W. Richard Stevens, Phil Katz und
Mike Muuss. Ihr Werk hat unser Leben bereichert, und unsere Arbeit
möglich gemacht.
Über die NetBSD Foundation
Die NetBSD Foundation wurde 1995 mit den Zielen gegründet, die
zentralen Dienste des NetBSD-Projekts zu verwalten, das
Projekt in der Industrie und der Open-Source-Gemeinde bekannt zu machen,
sowie das Recht am geistigen Eigentum am Großteil des NetBSD Codes
zu besitzen. Der normale Betrieb des Projekts wird von Freiwilligen
übernommen.
NetBSD Mirrors
[Abschnitt entfällt. Wir verweisen auf die vollständige Liste von Mirror Sites für
Downloads, und unsere Liste von CD-ROM Verkäufern.]
Charles M. Hannum
President, The NetBSD Foundation
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(Ihre Meinung)
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